Lass´ den Müll nicht liegen – wir können sonst nicht mehr fliegen.

Während der letzten Wochen hatten wir für einige Zeit Übernachtungsgäste auf dem Stautenhof: Zwei Störche, die andächtig ihre Runden über das Gelände des Stautenhof zogen, landeten anfangs noch im Familiengarten und auf dem Wohnhaus. Dann verlagerten sie ihren „Ausguck“ auf die Dächer der Rinderhalle. So thronte ein Tier links und ein Tier rechts über der Obstbaumwiese. Ein wenig wirkten sie wie ein Empfangskommitee.

Auch neben der Obstbaumwiese konnte man die beiden Störche im Feld auf Futtersuche beobachten. Als hätten die beiden es gewusst, erzählten uns Elita und Benno Grafke in der vergangenen Woche enthusiastisch von einem neuen Projekt.

Wir haben Ihnen an dieser Stelle bereits mehrfach von der unermüdlichen Arbeit der beiden für den Schutz unserer Umwelt und den Tieren erzählt. Mit ihrer Aufklärungsarbeit setzen die Grafkes bei den Kleinsten an, in Kindergärten und Schule teilen sie ihr Wissen und zeigen den Kindern ohne erhobenen Zeigefinger, was mit den Tieren passiert, die wilden Müll fressen, oder sich an diesem verletzen. So haben die beiden mit Kindergruppen „Müllsammel-Aktionen“ initiiert und die Kinder werden auf diesem Weg wichtige Multiplikatoren, die Gelerntes weiterverbreiten.

Auch Störche werden immer häufiger mit Plastikmüll im Schnabel gesichtet. Oft verwechseln sie das Plastik mit Futter, da sie den Müll nicht von Fressbarem unterscheiden können. So füttern die Tiere auch ihren Nachwuchs mit Müll, was verheerende Folgen hat – Eltern und Jungtiere verhungern mit gefülltem Magen. Die Störche nutzen den Müll aber auch für den Nestbau. Es wurden Storchnester entdeckt, die komplett mit Plastikmüll eingekleidet waren. Regnet es, füllt sich das Nest mit Wasser und die Jungtiere ertrinken in diesem. Auch direkt vor unserer Haustür: So wie unser Titelfoto zeigt, das von Karlheinz Neubert an der Clörather Mühle aufgenommen wurde.

Eilta und Benno haben Storch „Rudi“, eine hohe Figur mit Storchsilhouette, geschaffen, um mit ihm ihre Aufklärungsarbeit zu unterstreichen. Als Heike Lieutenant, Lehrerin an einer Förderschule, mit ihren Schüler:innen der 5. Klasse über die Gefahren für die Störche sprach, reimte einer ihrer Schüler, Phil 10 Jahre alt, spontan: „Lass den Müll nicht liegen – wir können sonst wir nicht mehr fliegen.“ Dieser Spruch wurde samt Phils Namen und der Schulklasse auf dem ersten Storch "Rudi" verewigt.

In einem Wettbewerb haben sich die Schüler:innen Gedanken gemacht, um auch weitere Storch Figuren mit ausgewählten Sprüchen zu versehen. Elita und Benno sind stolz, mit dieser Aktion ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland zu haben. Am 21. September 2026 werden die Schüler:innen der dann 6. Klasse zwischen 10.30 und 12.30 Uhr im Schiefbahner Park sein, um dort mit der Hilfe von zehn Störchen und Infomaterial auf die Gefahr aufzuklären, der wilder Müll auch für Störche darstellt.

„Unsere beiden Störche“ bekamen vor Kurzem Besuch von acht bis zehn weiteren Tieren. Die beiden erhoben sich zu den anderen in die Lüfte und drehten gemeinsam mit ihnen einige Runden am Himmel. „Ein atemberaubendes Schauspiel“ beschreibt es Theresa. Es war die Abschiedsrunde, denn nach ein paar Umdrehungen machte sich die Gruppe auf und davon. Hoffentlich bis nächstes Jahr.

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